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Oberlandesgericht Celle entscheidet:

Keine Schadensminderungspflicht des Unfallgeschädigten, einen Kredit auf oder Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen

Das Oberlandesgericht Celle hat entschieden, dass der Geschädigte eines Verkehrsunfalles im Rahmen seiner Schadensminderungspflicht nicht verpflichtet, den Schaden aus eigenen Mitteln, z.B. durch Kreditaufnahme oder Inanspruchnahme einer bestehenden Vollkaskoversicherung, vorzufinanzieren

Das OLG Celle stellt fest, dass es grundsätzlich Sache des Schädigers ist, die vom Geschädigten zu veranlassende Schadensbeseitigung zu finanzieren. Der Geschädigte hat Anspruch auf sofortigen Ersatz und ist nicht verpflichtet, den Schaden zunächst aus eigenen Mitteln zu beseitigen oder zur Vermeidung von Folgeschäden Kredit aufzunehmen. Der Geschädigte war auch nicht verpflichtet, zur Ermöglichung eines sofortigen Reparaturbeginns seine Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen. Sinn und Zweck der Kaskoversicherung sei gerade nicht die Entlastung des Schädigers. Der Versicherungsnehmer einer Vollkaskoversicherung erkaufe sich den Versicherungsschutz vielmehr für die Fälle, in denen ihm ein nicht durch andere zu ersetzender Schaden verbleibe...).

 OLG Celle vom 15.05.2018, AZ: 14 U 179/17

 

 

Quelle: ADAJUR-Archiv