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OLG Bamberg: Ein Autofahrer darf wegen seines Abstandes nicht auf einen sogenannten Abstandspilot vertrauen.

In einem Ordnungswidrigkeitenverfahren hatte ein Autofahrer, dem ein zu geringer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vorgeworfen wurde, geltend gemacht, er habe auf die Funktion eines in seinem Kfz als Bestandteil eines Fahrerassistenz-Pakets verbauten sogenannten Abstandspiloten vertraut. Gegen eine Verurteilung in der ersten Instanz hat der Autofahrer Rechtsbeschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht Bamberg hat diese Rechtsbeschwerde zurückgewiesen und entschieden, dass ein solches Vertrauen auf einen Abstandspiloten mit der ordnungsgemäßen Erfüllung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers unvereinbar sei.

Aus den Gründen:

"Der Hinweis auf den "Abstandspiloten" verfängt von vornherein nicht, weil der Betroffene die Verkehrssituation mit eigenen Augen wahrnehmen konnte und musste. Wenn er auf einen (deaktivierten) Abstandspiloten "vertraut", ist dies mit der ordnungsgemäßen Erfüllung der Pflichten eines Kfz-Führers nicht einmal im Ansatz zu vereinbaren. Von einem "Augenblicksversagen" kann bei den getroffenen Feststellungen schon gar nicht die Rede sein. Sonstige Anhaltspunkte, die es rechtfertigen würden, vom verwirkten Regelfahrverbot abzusehen, ergeben sich nicht.“

 

OLG Bamberg vom 06.11.20183, Az: SS OWI 1480/18

 

Quelle: adajur